Zugschlus sorgt gerade in seinem Blog für Popcorn-Traffic mit einer Artikelreihe zum Vergleich
graphische gegen textbasierte (TUI) Benutzerinterfaces.
Bisweilen schießt er dabei am eigentlich Ziel vorbei, so zeigen etliche seiner Beispiele eigentlich weniger die Vorteile von textbasierten User Interfaces, sondern sind vielmehr ein Lobgesang auf die Textdatei als Konfigurationsspeicher.
Hier habe ich ein Argument für ihn, das tatsächlich einen Vorteil des textbasierten User Interfaces darstellt. Genau genommen: Einen Vorteil des Kommandozeilen-Interfaces (hat er bestimmt noch in seiner Pipeline, aber... erster!):
Zur Automatisierung von wiederkehrenden Abläufen kann ich bei einem (echten) Kommandozeilen-Programm die selbe Schnittstelle, die ich im interaktiven Betrieb benutze, auch für die Automatisierung verwenden: eben die Kommandozeilen-Parameter des Programms. Oft bietet mir meine Shell auch bereits Kontrollstrukturen wie Verzweigungen und Schleifen für komplexere Vorgänge, was sich bis hin zu vollwertigen Programmiersprachen auswächst (z.B. Bourne-Shell-Skripte)
In GUIs sieht die Sache anders aus: Die Aufzeichnung von Abfolgen von Mausklicks kann wohl als gescheitert angesehen werden: auch wenn es z.T. bessere Implementierungen gab als den unsäglichen Windows-Makrorekorder, ist spätestens bei Parametrierung sowie Verzweigungen oder Schleifen Schluss. Man gibt also den GUI-Programmen ein zusätzliche Programmier-Schnittstelle, über die ihre Funktionen automatisiert verwendet werden können. Unter Windows nannte man das früher einmal OLE Automation, dann ist meines Wissens COM daraus geworden (korrigiert mich bitte, wenn ich mich hier irre), unter KDE erfüllt wohl DCOP diese Rolle.
Der Schwachpunkt dieser Ansätze ist, dass sie ein Zweit-Interface darstellen, das für die Entwickler Mehraufwand für eine kleinere Gruppe an Anwendern bedeutet. Deshalb ist die diese Programmierschnittstelle oft gar nicht oder nur mit eingeschränktem Funktionsumfang vorhanden und oft schlechter dokumentiert.
Bei Kommandozeilen-Programmen ist die Programmierschnittstelle dagegen deckungsgleich mit der Schnittstelle für interaktive Benutzer, was die Chance auf vollwertigen Funktionsumfang und brauchbare Dokumentation deutlich erhöht.
Frage ans Publikum: Auf MacOS gab es (zumindest vor OS X) einmal Apple Script. Wie ist das hier einzuordnen?
Kommentare
Mo, 05.04.2010 11:17
Naja... Irgendwie bin ich n icht überrascht dass Microsoft Research rausbekommt dass IT- Sicherheit eigentlich to [...]
Mo, 29.03.2010 22:47
Eigentlich nicht. Ausser dass die ganzen me-too-Trackbacks inzwischen auf Twitter stattfi nden (ausser hier). Da [...]
Mo, 29.03.2010 09:06
hat sich deine meinung zu trac kbacks geändert in letzter zei t?
Mi, 21.01.2009 22:33
Aber es hätte auch sein Gutes: Eine Plattform weniger für e klige Linkspammer.
Mi, 21.01.2009 15:39
Ja manchmal hat man im Leben e infach so viele Sachen, denen man sich widmen möchte oder au ch muss, dass da gewisse [...]
Mo, 10.11.2008 14:17
Ich leihe mir ungern eine Fahr rad fahre lieber nur mein eige nes. Hatte mal ein negatives E rlebenis mit einen Leihr [...]
Fr, 25.07.2008 01:50
Schaust Du Wikipedia. «The first version of SQL was devel oped at IBM by Donald D. Chamb erlin and Raymond F. Boy [...]